Reiseberichte Spanienreise 2021

Auf das richtige Mindsetting kommt es an!

Heute erreichen wir das Mittelmeer. Endlich Stand! Peter hatte während der Fahrt mal nach unserem geliebten, einsamen Stellplatz am Serignan Plage geschaut. Gemäß Park4Night gibt es diesen nicht mehr. Es ist vermutlich ziemlich viel passiert, seit wir das letzte mal dort waren. Nämlich Corona und die Entdeckung, dass Wohnmobile quasi mobile Quarantänestationen sind. Geboomt hatten diese schon in den Jahren zuvor, aber wer alles in 2020 Wohnmobile gekauft hat, teilweise ohne vorher so ein Ding mal zu mieten um zu schauen, ob das überhaupt etwas für einen ist!

Und so stehen wir hier. Auf einem ganz klassischen Campingplatz in Reih & Glied. Hätte Peter heute Morgen nicht angerufen und einen Platz reserviert, hätten wir heute Mittag keinen mehr bekommen. „Wir sind komplett ausgebucht“ gab ein Schild schon direkt am Eingang eine klare Botschaft an all die, die spontan angereist sind. 

Wir sind also auf unserem Platz angekommen, mit Funk haben wir uns verständigt und unser Riese steht brav in der Reihe. Als eingespieltes Team holten wir sofort eine Bodenmatte heraus, denn unser Grund hier ist komplett sandig. Expeditionsfahrzeug hin- oder her, den Sand habe ich lieber außerhalb des Fahrzeugs! Schnell waren Tisch und Stühle draußen und ich fletzte mich erst einmal in einen Stuhl. Angekommen. Jetzt kann unser Urlaub beginnen. Unser erstes Ziel in Spanien ist keine 200 Kilometer mehr von uns entfernt! Und da saß ich dann. Blickte nach links, da war der Frenchi, blickte nach rechts, da war eine Hecke. Und das war es dann. „Wo sind gerade Freiheit & Abenteuer?“, dachte ich mir. „Maximal 2 Nächte, mehr nicht“, schoß es mir durch den Kopf. Peter hatte die Anmeldung gemacht und hatte dort auch blaue Armbändchen für uns bekommen. Geht es noch schlimmer? – Ja geht es. Der Strand ist städtisch, also keine Hunde erlaubt. Mein Herz sank tief. Hatte Phoebe doch so tapfer die Fahrten ertragen und ich hatte schon die Bilder einer am Strand freudig rasenden Phoebe vor Augen. Und jetzt das. Wenn wir an den Strand gehen, müssen wir Phoebe im Frenchi einsperren. Gut, dass die Temperaturen das überhaupt ermöglichen. Also. Phoebe im Frenchi gelassen, alle Fenster auf, so dass die stetige Brise hier schön durchwehen konnte und auf zum Strand.

Was soll ich sagen? Es gibt keine Fotos davon. Mich hat das erst mal erschreckt. Es erinnerte mich an einen klassischen Mallorcaurlaub mit vielen Menschen an den Stränden. Meist ältere Herrschaften, die offensichtlich schon länger dort vor sich hingrillten. Wir liefen einige Abschnitte entlang, bis wir weiter hinten einen Hund am Strand entdeckten. Hatte der Typ keine Ahnung, oder war dem alles wurscht? Wir liefen weiter und entdeckten weitere Hunde unter den Liegen. Wir sprachen wen an und der meinte, hier seien Hunde nicht ausdrücklich verboten. Also sind wir wieder zurück, haben eine Picknickdecke und Phoebe geholt und sind an die selbe Stelle zurück. Eine im Sand rasende Phoebe, die naß und sandig über unsere Picknickdecke trabte,  um sich dann hinter Peter in den Schatten zu legen. Ich legte mich daneben. Gar nicht so schlecht. Es ist nicht zu heiß und nicht zu kalt. Im Kühlschrank haben wir noch feine Steaks und Wein. Neben uns sitzen zwei Französische Damen Mitte, Ende 60 und schwatzen freudig. Nach einiger Zeit kommen noch zwei Herren dazu uns es wird sich weiter nett und locker unterhalten. Wie kann man das verurteilen? Die Welt ist doch gerade hier&jetzt und an dieser Stelle völlig in Ordnung. Vielleicht sitzen so viele am Strand und schauen auf das Meer hinaus, weil es einfach schön ist und entpannend? Wir liegen gerade mittendrin und auch uns geht es gut. Meine Gedanken schweiften ab zum Legzira Arc in Marokko. Kein Vergleich. Aber was bringt mir dieser Gedanke? Gar nichts. In kann mich darüber ärgern, dass so viele Menschen dort sind, dass wir einem Klischee entsprechen. Das erhellt meinen Tag nicht sonderlich. Was aber ist, wenn ich mich einfach daran erfreue, dass wir hier sein können? Dass wir nirgends anders sein müssen, dass die Menschen freundlich und nett sind, einfach den Moment geniessen und uns die Sonne auf den Bauch scheint, den wir dann auch zügig mit einem Steak und Wein füllen werden? Wie immer im Leben kommt es doch beim Reisen auf das richtige Mindsetting an.

17.09.2021

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