Marokko 2019 Reiseberichte Reisen mit Hund

Chefchaouen – und gestreckter Galopp

Chefchaouen, die blaue Stadt, ist unsere letzte Station hier in Marokko. Von Fès aus sind es gut 4h Fahrt und etwa auf der Hälfte der Strecke ruft Peter ein herzhaftes „ach Scheisse!“ aus und bricht am Lenker zusammen. Ach ja, was kommt jetzt? Mit dem Typen vom Campingplatz in Fès war die Chemie nicht so dolle. Es ist der einzige Campingplatz mit nahezu Null Service, aber dafür der teuerste….was will man da mehr? Jedenfalls musste Peter einen Pfand hinterlegen, die ec-Karte. Und beim „Auschecken“ hat der supercoole Typ, der ganze 3 Worte Englisch verstand und mit Peter noch wegen eines Taxi-Mißverständnisses rumzeterte, nicht an die Karte gedacht, und Peter eben auch nicht. Erst eben nach gut der Hälfte der Strecke.

Wie gut, dass wir auf dem Platz in Fès mit einem netten Pärchen ins Gespräch kamen, die einen Tag nach uns auch in Richtung Chefchaouen weiterfahren wollten. Also hat Peter unseren Fès-Guide angerufen und drum gebeten, dass er beim Campingplatz-Typ anruft und ihn bittet, den beiden unsere ec-Karte mitzugeben. Lange Rede-kurzer Sinn: Es klappte und Yvonne und Tobias (gaaanz lieben Dank noch mal) kamen einen Tag später mit der ersehnten Karte an. Alles gut.

Wir hatten uns währenddessen tagsüber schon die blaue Stadt angeschaut, die schon sehr touristisch ist. Ich finde, man merkt hier schon arg, dass wohl auch die 1-2-Tagestouristen herkommen und die Läden hatten ganz typische Touri-Ware und wenig bis gar keine handwerkelnden Shops dazwischen. Und da waren wir doch fast 2,5 Monate in dem Land unterwegs und sind nur mit guten Eindrücken versorgt – und am Schluß war da echt ein rotzfrecher Parkplatz-Yogi, der für 2h Mopped-Parken eine saftigen Preis haben wollte. Peter ist der Nette von uns beiden und wenn der schon die Hände vor der Brust verschränkt und sagt: „ok hole die Touristik-Polizei, da warte ich doch gerne!“, dann hat der Knallkopf es arg übertrieben. Der nahm dann schmollend den von uns angebotenen Betrag und trollte sich.

Wir haben hier somit 2 Nächte verbracht. Und in der ersten war schlecht schlafen, weil circa 10 Hunde kontinuierlich gekläfft und gejault haben…..und wir sind als Hundebesitzer sicher pro eingestellt. Aber nachts mog ii des goa need…Die zweite Nacht war dagegen sehr ruhig. Wir haben den Abend nett quatschend mit den beiden Karten-Boten verbracht…und…..na ja auch mit marokkanischem Rotwein. Abfahrtstermin war am nächsten Morgen um 8.00, denn in Tanger-Ville sollte unsere Fähre um 13.00 ablegen. Strecke 112km, Navi sagt 2h – wir rechneten mal lieber mit 4………und alles kam anders….

Gestreckter Galopp – für nix

Alles lief nach Plan. Preussisch korrekt rollten wir um 8:00 vom Campingplatz, nicht ohne eine nette Verabschiedung von Tobias und Yvonne. Die Straßen waren wie erwartet recht kurvig, mit einigen Baustellen, Umleitungen und Schlaglöchern. Also wie erwartet, denn deshalb haben wir uns ja so einen Zeitraum für die nur 112km genommen. Tanken waren wir auch noch, den Frenchi richtig schön randvoll machen….

Auf dem Weg nach Tanger-Ville kamen wir auf etwa der Hälfte der Strecke am Hafen Tanger-Med vorbei. Von hier zu fahren wäre jetzt echt praktischer gewesen. Nun denn, wir zuckelten weiter und schaukelten auch reichlich, denn es war ganz schön windig. Wir kamen dann auch super passend kurz nach 11.00 dort im Hafen an. Hier erfuhren wir, dass der Hafen geschlossen sei – zu viel Wind. Peter rief bei der Fährgesellschaft an – wir könnten umbuchen, kostenlos und ab Tanger Med fahren. Hier geht die letzte Fähre heute um 13.00. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt kam echt noch mal Streß auf und Frenchi jagte im gestreckten Galopp nach Tanger-Med zurück. Wir waren um 12:20 dort und voller Hoffnung! Aber neee – Gates closed eine Stunde vor Abfahrt. Die ganze Hektik vergebens. Unseren „wie schnell können knapp 12 Tonnen auf 4 Rädern fliegen“-Rekord haben wir umsonst aufgestellt. Aber die gute Nachricht ist, dass um 19:00 noch eine Fähre geht. Wir standen dann eben hier noch ne Weile rum, machten Tortellini, ich duschte, Peter schlief noch etwas und hier gab es dann doch auch einen Versuch, bei uns in den Frenchi einzusteigen. Unsere offenen Fenster waren wohl zu verlockend….als ich dem Typen dann aus einem Fenster entgegenbrüllte, ob ich ihm noch helfen könnte, hob er nur die Hände und ging weg. Wie gesagt, Peter ist der nette von uns beiden…..

Ok. Wir kamen auf die Fähre, Frenchi wurde vorher geröntgt und wir 3 standen daneben und schauten uns das an. Drogenhunde schnüffelten auch noch rum…. Als wir endlich auf der Fähre waren, schnappten wir uns das Mauserl und ich wollte erst mal einen Kaffee. No dogs here! War unsere Begrüßung. Hund entweder im Käfig oder draußen auf dem Sonnendeck. Somit sind wir dann raus. Sooo sonnig ist das Deck dann aber auch nicht und wir schmuggelten Phoebe wieder rein. Peter hatte vorher noch ihre Kuscheldecke geholt (im nächsten Leben echt Hund bei Brickis) und sie hat dann ganz brav im Versteck am Boden geschlafen und hin und wieder ein Leckerli bekommen.

Algeciras

Ich war einfach etwas aufgeregt, wie es denn ablaufen würde bei der Einreise. Reichen die Dokumente für Phoebe (siehe Thema Tollwut-Titer) oder wollen sie uns die Maus wegnehmen und in Quarantäne sperren? Stimmt unsere Souvenir-Liste? 430€ pro Person sind zollfrei erlaubt…

Und dann rollten wir vom Schiff. Die spanischen Herren sind extrem cool. Kein Lächeln, kein nix, schon gar kein Welcome to Spain. Aber was will ich mich beschweren? Auch gar keine Kontrolle. Wir wurden einfach durchgewunken, vermutlich haben wir so grundehrliche Gesichter…

Wir fuhren dann noch ein paar Kilometer und stellten uns auf einen Platz, auf dem schon 2 weitere Wohnmobile standen. Erst mal schlafen. Europa hat uns wieder!

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