Reiseberichte

Markt, Tee und Nabil der Künstler

Mittwoch 3. April 2019 –

Mittwochs ist in Tafraoute Markt. Wir brauchen zwar nix, wollen aber dennoch hin. 

Es ist ein eifriges Treiben und in der Gemüsemarkthalle rufen die Händler laut umeinander, um ihre Kunden zu gewinnen. Da herrscht ein hektisches und laites Gewusel. Und da trafen wir auch die Entscheidung für unser Mittagessen: Obstsalat mit Joghurt.

Ziegenherde 

Waren wir in Moulay Bousselham noch ganz aufgeregt, als eine Schafherde über den Campingplatz lief, so sind wir hier mittlerweile an das Bild von wandernden Herden gewöhnt. Heute Nachmittag hatten wir unsere Hängematte ausprobiert und aus dieser Lage bewegte ich mich auch nicht, um die durchziehende Ziegenherde zu fotografieren.

Zum Tee bei Said

Wir waren am Nachmittag um 16:00 Uhr zum Tee bei Said eingeladen. Wir lernten dann seine Frau Latifa und seine vier Kinder kennen. Man saß in einem – wie soll man sagen? Wohnzimmer? Einem riesigen Raum in dem es einen Fernseher gab und an drei Wänden entlang ein Riesensofa. Und einen Tisch, auf dem verschiedene Leckereien wie Nüsse, Plätzchen und Konfekt Angeboten wurden. Wir haben uns über verschiedene Dinge unterhalten, wie zum Beispiel das Schulsystem, Kinder und Hunde, und auch wie oft er betet und grundsätzlich ein paar Fragen zum Glauben. Sehr interessant fanden wir, daß er sagt, dass der Islam ein guter Weg sei und die Menschen gut miteinander umgehen und nicht das, was wir in unserer Welt so manches Mal erleben. Im Islam schaut man nicht mit schlechtem Blick auf einander, wenn du mehr Geld hast als dein Nachbar gibst du ihm entweder etwas davon ab oder du versteckst deinen Reichtum. Auch er sagt, dass jeder seine Religion haben soll, man aber dennoch gut miteinander leben kann, wenn man sich gegenseitig mit Respekt begegnet. Eben leben und leben lassen. Wir verabschiedeten uns, nicht aber ohne noch einmal ein paar Lollys und wiederöffnenbare (was für ein Wort!) Kabelbinder als Dankeschön dazulassen.

Nabil, der Künstler

Auf dem Rückweg von Said sprach uns Nabil der Künstler an. Ob wir ein Bild auf unseren Camping Car haben möchten. Und in der Tat hatten wir uns schon über das Thema unterhalten. Irgendwas wollen wir auf jeden Fall auf unseren großen Freund. Wir liebäugeln – auch wenn es abgedroschen sein mag – mit der Kompassrose. Wir finden sie einfach schön. Unsere Gedanken gingen dann weiter über die Landesflaggen der Länder in denen wir mit dem Frenchi waren, über die Landesnamen in Landessprache…

Man sieht hier viele WoMos mit aufgemalten Bildern von Kamelen an Oasen, gerne in Quitschebunt auf Motorhauben oder auch den Türen zu den Heckgaragen. 

Wir haben uns dann für ein Bild entschieden und mussten schon ein wenig eingreifen, dass es nicht noch bunter wurde. Am liebsten wäre uns rein schwarz gewesen. Der Schriftzug unten rechts heißt Aal Magrib – „Marokko“.

Es ist ganz schön kalt, und für die Nacht ist auch etwas Regen angesagt…..

4 Kommentare zu “Markt, Tee und Nabil der Künstler

  1. Schmecken die Tomaten auf dem Markt nach Tomate oder sind die auch aus Holland? Wie sind die Preise auf dem Markt im Vergleich zu Deutschland?

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  2. Servus Alex, ich beantworte mal diese Frage: Die Tomaten schmecken tatsächlich nach Tomate. 🙂 Gilt auch für das restliche Gemüse, bis auf die Schlangengurken. Die habe eine ziemlich feste Schale, die ein wenig bitter schmeckt. Liegt aber vielleicht auch an der natürlichen Düngung…

    Beim Preis ist es ganz einfach: Alles kostet ca. 0,9 Euro (10 Dirham) das Kilo. Du schnappst Dir eine Plastikschüssel und packst gemischt alles rein, was Du brauchst. Wenn es 2 Kilo Kartoffeln und eine Tomate ist, auch gut. Dann wiegt der Händler Deine Schale ab und seine Waage multipliziert das Gewicht in Kilo mal 10. Das ist der Preis in Dirham. Verlange vom Händler kein Kopfrechnen. Das haben die nicht gelernt. 50+70+10 und dann auf 200 Dirham Wechselgeld rausgeben geht NUR mit dem Taschenrechner. Auch dann empfiehlt es sich nachzurechnen. Viele Einheimische erzählen Dir sofort, dass sie nie eine Schule von innen gesehen haben…

    Feilschen ist beim Lebensmitteleinkauf tabu. Meist rundet man als Kunde auf die nächsten 5 Dirham auf.

    Wenn Du willst, darfst Du auf dem Markt alles probieren: Kekse, Nüsse, Datteln oder auch Amlou, einen Brei aus gerösteten Mandeln mit Arganöl. Der Erdnussbutter nicht unähnlich, aber flüssiger. Der nussige Geschmack haut einen um 🙂

    Lieben Gruß
    Peter

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  3. Hallo Gudi, Peter und Klein- Phoebe!
    Wir grüßen Euch vom herrlichen Hochplateau aus Tafraout! Stehen nun schon den 5.Tag hier, können uns einfach nicht losreißen. Alles ist inzwischen so vertraut, fast familiär …so liebgewonnen! Sei es die Brotfrau am frühen Morgen, die Ziegen, von denen einige schon Namen bei mir haben, der freundliche Kassierer am Abend oder einfach ein paar lachende Kinder, die sich mit “ merci“ für ein paar Süßigkeiten bedanken!
    Ja, es war sehr schön, Euch hier in dieser Idylle kennengelernt zu haben.
    Habt weiterhin eine tolle Zeit mit unschlagbaren Eindrücken und Erlebnissen hier in Marokko!
    Liebe Grüße Achim und Heidi
    …und morgen ziehen wir ganz bestimmt weiter…oder übermorgen! 😉

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  4. Hallo Heidi, hallo Achim, danke für Euren Kommentar. Ja, es ist einfach schön in Tafraoute, das stimmt. Wir fanden es auch schön, mit Euch zu ratschen. Bleibt gesund auf Euren Reisen und immer viele tolle Erlebnisse. Gudrun, Phoebe und Peter

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