Marokko 2019 Reiseberichte

Tafraoute: Madame Blonde und die Teekannete

Nach einer ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf nach Tafraoute. Was so um die 200 oder 300m Luftlinie sind. 

Ach ja – gestern Abend klopfte Said an unseren Wagen: ja Hallo Klaus!

Nee nix Klaus. Peter. Entweder ist das seine Verkaufseinstiegsmasche…oder auch nicht. Jedenfalls sind wir Said heute wie zufällig in die Hände gelaufen und er brachte uns zu seinem Laden. Er spricht ziemlich gut Deutsch und so mancher Verkäufer in Deutschland kann sich von ihm eine Scheibe abschneiden. Mit viel Spaß, Tee, Lachen und natürlich ordentlich Handeln sind wir jetzt Eigentümer eines passenden Teppichs im Frenchi, einer schönen alten Teekanne mit passenden Gläsern und Tablett. Ach ja – und zwei Kissen. Und meinen Namen konnte er sich wohl nicht merken, ich war immer „Madame Blonde“. Dafür haben wir aber den halben Tag gebraucht, sind 2x vom Laden zum Frenchi gefahren…welcher Läufer passt denn? Ist lang genug aber nicht zu breit – und welches Muster behagt uns denn? 

Said und Madame Blonde

In eine Teekanne hatte ich mich gleich verliebt, sind wir doch schon richtige Liebhaber des hier so landestypischen doll gesüßten Pfefferminztees geworden. Da passt dieses Arrangement doch perfekt zu uns! Besonders niedlich fand ich, dass er statt Teekanne immer Teekannete sagte. So einen süßen Fehler darf man doch niemals korrigieren 😉

Teekannete mit Kamelknochen verziert

Wieder sind Peter ein paar Kamele für mich geboten worden. Und als er erfuhr, dass ich keine Kinder habe gabś fast kein Halten mehr. Schließlich bin ich ja fast „wie neu“.

Ach ja – wir haben auch noch gelernt, wie man sich den Turban auf verschiedene Arten und Weisen binden kann. Ob Sommer oder Winter.

Danach sind wir zum Frenchi und haben erst mal zu Mittag gegessen. Und siehe da – es klopft wieder am Frenchi! Es sind Schorschi und Irene, zwei Schweizer, die wir schon in Sidi Ouassay an der Auberge „LaDune“ kennengelernt haben. Da musste auch erst mal ausgiebig ein Schwätzchen gehalten werden. Ui – und dabei haben wir erfahren, dass hinten im Ort auch ein kleiner Markt ist. Wir sind dann nach dem Essen nochmal rüber und Yippiiiii – es gab die Aniskekse, die ich so mag. Jetzt bin ich schlauer und es wird nicht nur ein mini-Tütchen genommen. Gleich ein Kilogramm – für 20 Dirham, also knapp unter 2€. Die werden dann vom Verkäufer mit bloßen Händen einfach in eine Tüte gepackt. Und Deutschland bekommt man doch gleich einen Hygienekrampf! Ooohhhh- wo der wohl seine Finger schon hatte?!?!?!?

Und es bestätigt sich jeden und jeden und jeden Tag in Marokko:

Marokkaner sind chaotisch, freundlich und pragmatisch – in beliebiger Reigenfolge – und wir müssen uns einfach mal locker machen!

Man kann an diese Land und seine Leute nur sein Herz verlieren!

Daumen drücken, dass es so bleibt!

Ach ja. Zum Abendessen gab es an den Wagen gelieferten Couscous von der netten Frau. Sie kam schon gestern vorbei und fragte, ob sie für uns kochen kann. Wir haben dann einfach mal Couscous bestellt und lecker gegessen. Und morgen kommt sie vorbei und holt ihr Geschirr wieder ab. Was ein Service!

Gleich nach dem Essen klopfte es erneut am Wager‘l. Ach ja, Said brachte die Kissen, die er für uns noch füllen lies. Schließlich sind das keine Souvenire, die im Flieger den Heimweg antreten müssen, sondern werden gleich imWoMo benötigt. Als Peter dann Said erklärte, dass er den heutigen Tagesablauf mit ihm schon mal im Internet in einem anderen Reiseblog gelesen hatte und nun auch wieder weiß wo, nämlich bei http://www.nurmut.ch von Petra Kochgruber, musste Said unbedingt bei Petra in der Schweiz anrufen! „Hallo Petra wie geht‘s? Was macht der Teppich, warum seid Ihr dieses Jahr nicht gekommen?“ waren die wichtigsten Fragen. Dann drückte er Peter sein Mobiltelefon in die Hand. Bisher hatten wir mit Petra nur via Facebook Kontakt. So kamen wir dann gleich zu zwei Einladungen. Eine von Petra, falls wir auf dem Rückweg durch die Schweiz fahren. Die zweite von Said für morgen zum Tee bei seiner Familie daheim. Aber es werden keine Teppiche mehr angeschaut – versprochen. Schaun wir mal…

4 Kommentare zu “Tafraoute: Madame Blonde und die Teekannete

  1. Christian Süßmeir

    Hallo „Madame Blonde“, sehr schöner Tagesbericht, musste viel schmunzeln…ich kenne diese „pragmatischen liebenswerten Chaoten“ ja auch ganz gut, und Du beschreibst sie so, wie sie sind…;-)
    Und die Teekanne ist sehr schick… Ich freu mich wirklich, Euch bald mal kennen zu lernen. 🙂
    Liebe Grüße an Euch beide, Christian

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  2. Sehr schöner Bericht 🙂

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  3. Ich krieg Hunger😍

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  4. Rainer Möller

    Die Kekse hätte ich auch gerne! Euch noch viel Spaß

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