Marokko 2019 Reiseberichte

Freundlich, chaotisch und pragmatisch – Und das in beliebiger Reihenfolge

So würde ich nach unseren bisherigen Eindrücken die Marokkaner beschreiben. 

Aber mal eines nach dem anderen:

Straßenverkehr in Rabat / Marokko

Ein chaotisches Gewusel mit groben Zügen von Struktur, so würde ich den Straßenverkehr beschreiben. In Tangerville ist Peter gefahren, Rabat habe ich gemacht. Und dabei herzhaft gelacht. Es entspricht sooooo dermaßen meiner Mentalität, einfach herrlich! Das Einfahren in Kreisverkehre, und von denen gibt es auf den 6-spurigen Straße reichlich, kann man in etwa mit folgendem Vergleich beschreiben: Man stelle sich einen gut gefüllten Bahnsteig vor, die S-Bahn fährt ein und öffnet die Türen. Das Gewusel, in dem sich die Leute dort reinschlängeln und der Schnellere die nächste Lücke erwischt – so in etwa läuft es da ab. Einmal war es jemandem wohl zu durcheinander, der blieb einfach mit Warnblinkanlage mitten im Kreisel stehen. Oder ich weiß jetzt, dass Blinken nach links in einem Kreisverkehr sehr wohl Sinn machen kann. 

Man wird links und rechts überholt, mitten drin Fußgänger, Radfahrer kommen einem entgegen – auf einer der vielen Spuren sollte doch für ihn auch noch Platz sein – und das richtig tolle ist: Es klappt! Gemäß dem Motto leben und leben lassen funktioniert es irgendwie. Auf Autobahnen findet man übrigens auch reichlich querende Fußgänger, Jogger, Radfahrer…eigentlich auch irgendwie alles.

Heute mussten wir auch herzlichst lachen, als das Navi meinte: in eine der 5(!) Abbiegespuren nach links einordnen…

Und wieder mal heißt es: Einfach mal locker machen 😀

Rabat

So richtig Lust hatten wir ja nicht in eine Stadt hinein. Da sie nun aber mal auf unserem Weg lag…

Gut, dass wir doch rein sind. Ich hatte als Ziel nur die Medina und die ist wirklich schön. Genau genommen die überdachten Märkte auf der Rue des Consules. Wir sind erst durch verschiedenste kleine Gassen, bevor wir sie gefunden hatten. In weiser Voraussicht hatten wir für Phoebe die Tragetasche dabei. 

Es war herrlich, hier zu stöbern und in der Tat, die Händler liessen einen in Ruhe schauen. Wir haben von den Straßenhändlern Kekse und Gebäck gekauft und so gar von einer mobilen Garküche etwas zu Mittag gegessen. Ich weiß nicht genau, was es war. Peter meinte es sei eine Sardinenfrikadelle im Fladenbrot mit Reis und Zwiebeln gewesen. Nur – MIR hatˋs geschmeckt und vielleicht lag auch nur eine Sardine daneben….egal. Es war lecker. Mal sehen, wie unsere Verdauung damit klar kommt. 

Dann haben wir an einer Hauptstraße Tee getrunken und uns das bunte Treiben angeschaut. Was auffällt ist, dass es nicht den Marokkaner oder die Marokkanerin gibt. Sie sind sehr unterschiedlich und doch scheinbar eins. Da ist die fesche junge Frau mit knallengen Jeans, knackiger Figur und Make-up – und daneben ihre Freundin traditionell gekleidet und mit Kopftuch. Generell fällt auf, dass die Frauen absolut selbstbewußt durch die Straßen zeihen. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte – aber vermutlich das nicht. Was auch auffällt ist, dass die extrem liebevoll mit ihren Kindern umgehen. Und das gilt für Mütter und Väter. 

Von Leuten, die schön öfter in Marokko waren hören wir, dass vieles nicht mehr so ist, wie es mal war. Na ja, das gilt doch wohl für jeden Ort auf diesem Erdball. Überall wird gebaut und gewerkelt und man ist auch bemüht, das Land zu säubern. Keine Frage, wenn man unser blankpoliertes Deutschland verläßt und in den Süden zieht, dann bekommt man immer mehr eine Idee davon, wie sehr wir im Plastikmüll ersticken. Da ist Marokko wahrlich keine Ausnahme. Aber sie kommen mir so „auf-dem-Weg“ vor, zumindest der hier an der Küste liegende Teil des Landes, der auch Geld durch den Tourismus bekommt. Ich bin gespannt, wie es später weiter im Inneren des Landes sein wird. Vermutlich noch sehr….ursprünglich. 

Wir haben hier mit den Menschen bisher nur gute und nette Erfahrungen gemacht. Es wird gewunken,  geholfen und gelächelt. Und ein Frage stimmt mich nachdenklich:

Sagen das auch Marokkaner, die bei uns mal zu Besuch sind?

1 Kommentar zu “Freundlich, chaotisch und pragmatisch – Und das in beliebiger Reihenfolge

  1. Manfried Doll

    Die Bilder von Rabat kommen mir bekannt vor. Dort scheint die Zeit doch auch stehen geblieben zu sein. Ich habe vor etwa 30 Jahren die Königstädte besucht, und da gehörte Rabat mit dazu. Es waren unvergessliche Eindrücke .

    Gefällt 1 Person

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