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Einfachere Einreise mit dem Wohnmobil ab 2019

Gudrun hatte ja schon angedroht, dass ich noch etwas zur Einreise schreiben werde. Wir sind ja nach Tarifa gefahren und haben von dort mit der Fähre übergesetzt, da Tarifa und auch Tanger Ville kleinere Häfen sind und wir für unsere erste Überfahrt nicht den großen Trubel wollten.

Im Internet gab es den Tipp, die Fährtickets am Strande von Tarifa, unweit der Bar „Waves“ von einem netten Herrn zu kaufen, der ein altes Sparkassenmobil zum WoMo umgebaut hat. Leider war dieses Sparkassenmobil und der Herr nirgends zu finden. So bin ich dann mit unserem Cross-Mopped zum Hafen nach Tarifa gefahren, um Tickets zu kaufen. Von Tarifa fährt nur die Reederei FRS. Also gibt es da schon mal nicht die Qual der Wahl 🙂 Auch haben mir alle Verkaufsstellen exakt den Online-Preis von FRS, nämlich 230 Euro genannt. Angeblich soll das eine aktuelle „Promotion“ sein, und ein open Return Ticket (mit Rückfahrt nach freier Terminwahl) normalerweise viel teurer sein. Also gut: 10 Minuten später hatte ich dann die Tickets und für Gudrun und für mich jeweils einen weißen Zettel für die Einreise und einen gelben Zettel für die Ausreise. Für die Hinfahrt stand die Fähre um 13:00 Uhr drauf. Der Verkäufer meinte aber, wir könnten auch die Fähre um 09:00 Uhr nehmen, wenn uns das lieber wäre. OK, ganz schön flexibel die Leute hier (dachte ich…).

Am anderen Morgen trieb uns doch wohl die Vorfreude früher aus dem Bett, so dass wir nach dem Kaffee nur noch schnell Wasser gebunkert und Abwasser geleert haben und dann flugs zum Hafen fuhren. Für die 09:00 Uhr Fähre sollten wir um 08:30 Uhr am Hafen sein. Waren wir. Nach der Einfahrt durch das Tor zum Hafen fuhren wir nach links, um an der zweiten Schranke von den Leuten der Reederei FRS in Empfang genommen zu werden. „Moment, Sie haben ein Ticket für die 13 Uhr Fähre, was wollen Sie jetzt schon hier?“

„Ähm, de Ticket-Verkäufer meinte, wir könnten auf die frühere Fähre nehmen, wenn wir wollen.“
„Das mag sein, aber wir haben Platz für Euch auf der 13 Uhr Fähre und wir wissen nicht, ob wir Euch jetzt in der 9 Uhr Fähre unterbringen können. Wie lang, wie breit, wie hoch seid Ihr?“
Nach Angabe der Abmessungen haben die 10 Minuten mit dem Kapitän gefunkt und dann hieß es „OK, wir probieren es Euch da rein zu quetschen, können es aber nicht garantieren, da wir einen Reisebus mitnehmen“.

Es warteten vielleicht sechs normale Autos, ein Reisebus und wir auf die Verladung. Zuerst fuhren die Autos rein, dann sollten wir auf die Fähre – rückwärts! Bereits auf der Rampe sollte ich dicht an die linke Seite fahren um sofort, kaum mit dem Heck drin, nach links zu lenken, damit unser WoMo gleich „um die Kurve kam“. Ein Einweiser hinten, der dem vorderen Einweiser immer etwas zurief. Der vordere Einweiser deutete mir mit wilden Ruderbewegungen an, wie ich zu lenken und zu fahren habe. Die Jungs verstehen Ihr Handwerk! Nach dreimal vor und zurück standen wir direkt an der Rampe im Schiff, jedoch soweit seitlich versetzt, dass der Reisebus (der kurz darauf einfuhr) mit einem Abstand von ca. 10cm neben uns Platz hatte. Als ich ausstieg fragte ich mich schon, warum die so einen Zauber gemacht haben, mit dem Rangieren, weil das gesamte Deck leer war? Ein Blick nach oben lüftete das Geheimnis: Vielleicht 30cm hinter unserem WoMo betrug die Deckenhöhe nur noch 3,10m!
Viel zu wenig für den Reisebus und uns mit 3,5m Höhe. Deswegen mussten wir uns nebeneinander direkt an die Rampe quetschen.

An der Decke sieht man, wie klein der Bereich auf der Fähre ist, der Fahrzeuge mit einer Höhe von mehr als 3,1m aufnehmen kann. Mehr als unser WoMo und ein Reisebus passt da nicht rein.

Während die Leute auf dem Schiff unser WoMo noch mit Gurten sicherten, durften wir bereits zwei Decks höher. Dort habe ich mich mit unseren Pässen gleich in die Schlange für die Passkontrolle eingereiht. Die weißen und gelben Zettel hatte ich noch am Vorabend mit allen persönlichen Daten, Reisepassnummer etc. ausgefüllt. Ist ganz einfach, da die Zettel in französisch und englisch beschriftet sind.

Bevor wir aus dem Hafen in Tarifa wirklich raus waren, hatte wir schon die „Grenzkontrolle“ auf dem Schiff hinter uns gebracht und die Stempel in den Pässen. Neben dem Einreisestempel steht auch nun noch eine Nummer in unserem Pass, die wohl auch bei zukünftigen Einreisen nach Marokko immer gleich bleiben wird. Das war’s schon… Für den gelben Zettel hat sich niemand interessiert, der wird erst bei der Ausreise wichtig.

Nach der 35minütigen Überfahrt hieß es dann „Welcome to Marocco“. Nachdem wir von der Fähre runterfuhren, wurden nochmal unsere Pässe kontrolliert und dann ging es gleich ab zum Zoll. Dort sollten wir uns NICHT hinter die bereits wartenden Autos einreihen, sondern rechts ran und warten. Nach dem letzten Auto, welches die Zollkontrolle (ein Durchfahrtschalter war besetzt) passierte, ging ich mit Reisepass und Fahrzeugschein bewaffnet zu Fuß zum Schalter.

Achtung: Jetzt kommt die neue Abwicklung seit 2019. Dort wollte der Beamte nur Pass und Kfz-Zulassung haben, tippte alles in seinen Computer ab und reichte mir 2 Minuten später einen DIN A4-Ausdruck mit den Worten „This is for your car. Very important document, don’t loose it“. Das war’s! Kein Formular mehr ausfüllen, keinen Rennen zur Polizei, das Fahrzeug in den Pass eintragen lassen, wieder zurück zum Zoll usw.

Dann fragte mich der Beamte, ob wir „Material“ an Bord haben. Hähh? Was für „Material“? Na, ob wir zum Beispiel eine Drohne haben, mit der man Foto oder Filmaufnahmen machen kann. „Ach so, nein wir haben keine Drohne, keine Waffen etc. dabei“ war meine Antwort. Er reichte mir die Hand und meinte „Welcome to Marocco“. Das war die Zollkontrolle. Kein Besuch im Inneren des Fahrzeugs, kein Schränke öffnen etc. Die Zollkontrolle hat keine 3 Minuten gedauert!

Er erlaubte mir nach der Zollkontrolle rechts in zweiter Reihe zu parken, damit wir etwas Geld tauschen konnten. Als ich ausstieg, kam er mir hinterher gelaufen – nanu, was will er? Er hat gesehen, dass wir ein Motorrad hinten am WoMo mitführen. Dafür brauche ich einen eigenen Zettel! Er bat mich um den Zettel für das WoMo und um die Zulassung für das Motorrad und meinte, ich solle schon mal Geld tauschen gehen, er würde sich um alles kümmern. Ich sollte aber bitte nicht wegfahren… 🙂

Nach dem Wechsel von 200 Euro ging ich zurück zum Zoll, wo er mir schon entgegen kam. Ich bekam meine Zulassung zurück und einen Zettel, diesmal beidseitig bedruckt. Die Vorderseite für das WoMo und die Rückseite für das Motorrad. Wieder ein Händedruck und ein paar Tipps für die Weiterfahrt. Keine Frage nach Geschenken, kleinen Trinkgeld oder ähnlichem. Wow – damit hatte ich nicht gerechnet.

Später (in Assilah) erfuhren wir von einem Schweizer Pärchen, das diese Art der Zollabwicklung wohl erst seit Januar 2019 existiert. Die Beiden sind im Dezember eingereist und haben noch das alte Verfahren durchlaufen müssen.

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