Reisevorbereitungen Technik

Ein Motorradträger für den Frenchi

Lange planten wir E-Bikes bzw. einen Elektroroller für den Frenchi. Da unser Wunschroller erst Mitte des Jahres auf den Markt kommt, musste eine Alternative her. Auch waren wir nicht sicher, dass zwei E-Bikes für z.B. Marokko die richtige Wahl ist. Also musste eine Alternative her: Eine Yamaha TW125 ist leicht (vollgetankt 125kg), günstig zu bekommen, hat eine niedrige Sitzbank, aber recht breite Reifen (vorne 130er, hinten 180er). Gut fürs Gelände. Die Yamaha TWs (TW steht für Trailway) findet sich häufig unter Wohnmobilisten.

Für unsere Yamaha TW125 musste aber noch ein Träger her. Ich wollte so wenig wie möglich am bestehenden Heckträger umbauen und auch die vorhandene Seilwinde (bisher nur fürs Reserverad benötig) nutzen.

Zuerst zwei Rechteckrohre 50 x 70 x 4 seitlich an den MAN Rahmen angeschraubt. Da dort schon verschiedene Teile angebaut waren (Unterfahrschutz, Rücklichtträger) wurden die Rohre mit 6mm Laschen oder 18mm Rohre unterfüttert und verschweißt. Längere Schrauben (Feingewinde!) besorgt und angeschraubt.

Dort steckt dann ein geschweißtes „U“ aus Rechteckrohren 60 x 4 x 4 mm drin. Am äußeren Rand wurde dann oben eine Schiene aus 3mm Edelstahlblech geschraubt. Die ganze Konstruktion kann so eingeschoben und rausgezogen werden. Die Verbindung wird über zwei M12 Quickpins (Kugelsperrbolzen) erreicht.

Im eingeschobenen Zustand kann das Moped mit der Seilwinde „lotrecht“ nach oben gehoben werden. Dann die Schiene unter dem Moped rausziehen und Moped absenken. Das Moped (130kg) hängt an einem Liros Dyneema Seil mit 1050kg Bruchlast und an einer Kletterschlinge mit einer Bruchlast von 2200 kg. Das Ding soll mir ja nicht ins Genick krachen, wenn ich darunter die Schiene rausziehe…

Das Moped wird an an den abgeschrägten Enden der Schiene mit zwei Gurten befestigt. Zur Befestigung in Richtung Heckträger habe ich mit einem M10 Silencer (Gummipuffer) am Heckträger begonnen. Den Puffer habe ich mit einem Nylongurt gegen Abriss gesichert. Dann eine M10 Gewindestange, die in einem DN10 Hydraulikschlauch endet (mit hochwertiger Gelenkschelle gesichert). Damit ist das zweite „Gelenk“ erreicht. Am Hydraulikschlauch sitzt eine Druckluftkupplung (Buchse). Das Gegenstück ist an einem stabilen Hilfsblech am Moped befestigt. Somit ist eine „Klick-Befestigung“ des Mopeds erreicht. Eine Befestigung geht an die Vorderradgabel, eine zweite an die Soziusfußraste. Als Sicherung für die Kupplung habe ich hinter den Ring ein außermittiges Loch gebohrt in dem jetzt ein Sicherungssplint steckt. Somit kann die Kupplung nicht ungewollt ausgelöst werden. Als letzte Sicherung dient ein normaler Spanngurt zwischen Heckträger und Moped.

Dann noch extra Rücklichter dran und fertig.

Ich habe die Konstruktion vorher mit dem lokalen TÜV besprochen. Vorgeführt wird das Teil dem TÜV nächste Woche, auch wenn es nicht erforderlich ist.

Als „ohne Werkzeug demontierbarer“ Heckträger gilt dieser als Ladung und das hinterste Teil darf sich bis 1m hinter dem Unterfahrschutz befinden.

Mit dem Ergebnis, Handhabung und Kosten sind wir recht zufrieden.

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